12. Ludwig Leichhardt Konferenz

Amtsdirektor Bernd Boschan im Gespräch mit der Rektorin der polni-schen Partnerschule unter Mitwirkung des Dolmetschers und im Beisein von polnischen Schülerinnen
Lupe Amtsdirektor Bernd Boschan im Gespräch mit der Rektorin der polni-schen Partnerschule unter Mitwirkung des Dolmetschers und im Beisein von polnischen Schülerinnen (Bild 1/9)
André Parade
Lupe André Parade (Bild 2/9)
Schüler-Gratulation mit Annette Joppich
Lupe Schüler-Gratulation mit Annette Joppich (Bild 3/9)
Schüler der Leichhardt-Grundschule Tauche präsentieren
Lupe Schüler der Leichhardt-Grundschule Tauche präsentieren (Bild 4/9)
Bernd Boschan würdigt AG Aquarium der Leichhardt-Oberschule Goyatz
Lupe Bernd Boschan würdigt AG Aquarium der Leichhardt-Oberschule Goyatz (Bild 5/9)
Vertreter der Landesregierung Brandenburg und Rektorin Simone Rose gratulieren
Lupe Vertreter der Landesregierung Brandenburg und Rektorin Simone Rose gratulieren (Bild 6/9)
Schülerinnen der polnischen Partnerschule mit Rektorin
Lupe Schülerinnen der polnischen Partnerschule mit Rektorin (Bild 7/9)
Rektorinnen der Partnerschulen beim Känguru
Lupe Rektorinnen der Partnerschulen beim Känguru (Bild 8/9)
Pfarrgarten von Zaue mit (v.l.n.r.): Lindner, Gutrun Waske, Monika Gnädig, Helmut Riediger, Heike Hilgenfeld, Sabine Zachau, Rainer Hilgen-feld
Lupe Pfarrgarten von Zaue mit (v.l.n.r.): Lindner, Gutrun Waske, Monika Gnädig, Helmut Riediger, Heike Hilgenfeld, Sabine Zachau, Rainer Hilgen-feld (Bild 9/9)

Reisen zu Ludwig Leichhardt

Eindrücke von der 12. Leichhardt-Konferenz am Schwielochsee / OT Zaue im Monat des 500. Reformations-Jubiläums im Blickpunkt

Gleich vorweg: Die Leichhardt-Konferenz (19.10.2017) war ein Erfolg, interessant, interdisziplinär und mit vielen wichtigen Konstellationen versehen, was ebenso für den Forschergeist der dort anwesenden Schüler wichtig ist. Auch für Schüler-Projekte - ja vermittelt selbst im Lichte von LUTHER 2017, wenn wir an die Verbindung Marienkirche in Zaue, Pastor Rödelius (1779-1858) und Leichhardt denken. Die Schüler-Darbietungen auf der Konferenz beeindruckten. Ausgerichtet ganz im Sinne Leichhardts, der nach der Völkerschlacht bei Leipzig am Schwielochsee, im Trebatscher Ortsteil Sabrodt 1813 das Licht der Welt erblickte und mit seinen großen Entdeckungen in Australien die Basis für unsere Leichhardt-Forschung bildet. Nun zur Leichhardt-Konferenz! Doch noch ein Wort zur Tradition, die dort vielfältig gespürt und vermittelt wurde. Dies war bedeutsam für den hier Unterzeichnenden: Bereits als Schüler war Leichhardt für ihn ein Begriff und auf dem Weg in seine Studentenzeit hatte er mit Leichhardt-Bewahren Kontakt. Dazu gehören unvergesslich die Beeskower Museumsdirektorin Margot Große-Wolf (1929-2001), damals noch Margot Wolf, und Prof. Dr. Hans Damm (1895-1972), der als wichtiger Leichhardt-Bearbeiter nach dem II. Weltkrieg gilt und den hier Unterzeichnenden frühzeitig mit der Südsee in Verbindung brachte, die bei Leichhardt bedeutsam war, wie gewiss Rousseau (1712-1778) oder Georg Forsters (1754-1794) Reise mit James Cook (1728-1779) um die Welt. Überhaupt waren in Leichhardts Berliner und Göttinger Universitäts-Zeit Forschertaten, Kommilitonen und Gelehrte für den Trebatscher impulsgebend. Ganz besonders sein englischer Freund William Nicholson und sein großes Vorbild, Alexander von Humboldt (1769-1859), den Leichhardt in Paris kennen lernte, wie sein vermutlicher Mitstudent Johann Gottfried Galle (1812-1910) in Berlin. Womöglich haben beide, Galle und Leichhardt, fast gleichaltrig, Vorlesungen in Astronomie in Berlin 1832/33 gemeinsam besucht. Und gewiss wird Leichhardt, damals schon in Australien, von Galles Neptunentdeckung (1846) erfahren haben, eine Weltsensation, die ihn sicher zu seiner letzten großen Australien-Expedition 1848 umso mehr angespornt haben müsste, von der er nicht zurück kehrte.

All das zuvor Genannte war vermittelt Hintergrund, Grundlage interessanter Gespräche: mit André Parade, Vorsitzender der Ludwig-Leichhardt-Gesellschaft in Trebatsch, und mit Amtsdirektor Bernd Boschan des Amtes Lieberose/Oberspreewald, der zugleich als Vorsitzender des Ludwig-Leichhardt-Arbeitskreises fungiert. Keine Frage, genannte Gespräche motivierten - für den Besuch der Leichhardt-Konferenz. Aber nicht nur das! Auch eine Begegnung im Leichhardt-Museum , wo gerade die Australierin Ivonne Rother mit den Kindern zu Besuch war. Sie wanderte vor 10 Jahren von Cottbus nach Australien aus. Es war deshalb für den hier Unterzeichnenden ein Bedürfnis, sie zum Eintrag in das Museumsgästebuch anzuregen. Was sie auch tat (mit australischem Ehemann und Begleiter)! Und mit Dank - an (u.a.) Antje (Antje Merres), Nachfolgerin der Museumsmitarbeiterin Sabine Miething (†2015)1, die ebenso engagiert wirkte:  für Leichhardt, mit dem wir in die Zukunft dringen, vieles für die Region bewirken, aber auch Mitstreiter, Unterstützer von einst ehrend bewahren. Ein beständiger Prozess, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft verbindet und als Triebkraft wirkt. Auch für die Leichhardt-Konferenz! Doch nun der Reihe nach!

Die Teilnahme an der Konferenz war für viele selbstverständlich. Dann war es soweit! Doch Frühnebel kündigte sich an, der zum Glück nicht so stark ausfiel. Bei wunderbarem, leicht nebligem Wetter fand die Reise des hiesigen Leipziger Autors über Taucha, entlang wichtiger Städte der Luther-Reformation wie Torgau, Herzberg, Luckau, Lübben statt, entlang wunderbarer Kulturlandschaften - bis hin nach Zaue zur Konferenz. Amtsdirektor Bernd Boschan hatte bereits die Grußworte gesprochen und Rainer Hilgenfeld, Bürgermeister von Schwielochsee, war mittendrin in seinem Bericht über neue Erkenntnisse zur Leichhardt-Familiengeschichte. Gleich beim Eintritt in den Konferenzraum bot sich ein günstiger Platz mit gutem Ausgang an - neben der Leiterin Marketing, Seeland Oder-Spree e.V., Sandra Ziesig. Überhaupt zeigte sich in der Kurzpause bei den ausgelegten Anwesenheitslisten und bei guten Gesprächen am Buffet, wie wunderbar doch die Leichhardt-Konferenz organisiert und vernetzt ist. Sicher hatten an ihrer Vorbereitung viele Anteil. Dabei denke man stellvertretend ebenso an die Amtsleiterin für Bildung / Kultur / Bauwesen, Annette Joppich, oder an die TEG-Geschäftsführerin (Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald mbH), Jana Lopper.

Gleich nach der Pause ging es weiter mit Schülerprojekten. Man war gespannt, denn auf dem Programm stand: „Der Hort der Leichhardt-Grundschule Tauche präsentiert Naturbeobachtungen / Die 6. Klasse der Leichhardt-Grundschule Tauche stellt ihr Klimaprojekt vor / Schüler der Leichhardt Oberschule berichten über aktuelle Leichhardt-Projekte".

Am Schluss der Schüler-Vorstellungen wurden mehrere Leichhardt-Preise vergeben:2 Einer davon ging an die AG Aquarium der Ludwig Leichhardt Oberschule Goyatz, die unter Leitung des Hausmeisters Andreas Thrams steht. Amtsdirektor Boschan sprach dazu würdigende Worte.

Des Weiteren erhielten die Schüler der Leichhardt-Grundschule Tauche und der polnischen Partnerschule Szkola Podstawowa in Gegenwart ihrer Rektorinnen und des Vertreters der Landesregierung Brandenburg, Herr Pohl, einen ersten Platz. Und die zweiten Plätze wurden vergeben an die AG Fotografie der Oberschule Goyatz und an die Klasse 5b der Grundschule an der Stadtmauer Beeskow.2

Nach dem vorzüglichen Mittagsessen folgten weitere Vorträge: Werner Pfeil sprach über „Ludwig Leichhardt und Zaue - Erlebnisse, Ausbildung und Erinnerungen 1813 - 1843"; Sabine Zachau vom Förderverein Niederlausitzer Weinbau e.V. über „Weinbau in der Tradition Ludwig Leichhardt´s - Chancen und Risiken einer Revitalisierung" und die Vertretung von Pfarrerin Dörte Wernick, Monika Gnädig, stellvertretende GKR-Vorsitzende, ergänzte dies durch die Projektvorstellung „Wiederbelebung des Weinbaus in Zaue" mit anschließendem Besuch des Zauer Pfarrgartens. Konferenz-Teilnehmer bewunderten vor Ort die gute Lage am Schwielochsee, die herrlichen Leichhardtdahlien, die interessante Innengestaltung der Kirche. Zudem, sie waren auf Spuren von Leichhardt und am Grab von Pfarrer Rödelius (1779-1858), der Leichhadt auf den Weg zum Gymnasium vorbereitete. Und damit nicht genug von der Kirche von Zaue, deren Gemeinde 2017 den Kirchentag in Berlin und den Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen bei der Lutherstadt Wittenberg besuchte. Ganz im Zeichen des großen Jubiläums der Reformation, die in der Nach-Reformationszeit ebenso auf Zaue und später auf Ludwig vermittelt wirkte. Kindheit ist prägend! So konnte Ortschronist Helmut Riediger den anwesenden Konferenzteilnehmern sehr lebendig über seine Zauer Schulzeit berichten, die Leichhardt im fernen Australien tief bewahrte. Zaue hat doch eine sehr interessante Geschichte - auch durch Leichhardt!

Zum Konferenz-Abschluss (vor der Pfarrgarten-Begehung) hielt Amtsdirektor Bernd Boschan den Vortrag „Ausblick in das Mystikjahr 2018 zum 170-jährigem Verschwinden Leichhardt´s". Dabei machte er auf die kommende Schwieloch- und Leichhardt-Konferenz 2018 aufmerksam. Auch die Perspektive des Leichhardt-Museums stand im Blickpunkt wie viele andere Projekte, die mit Leichhardt angepeilt sind. Sein Wunsch ist, dass man Leichhardt-Ideen beherzt mitteilen möge, um sie für mögliche Projekte zu prüfen. Es gilt neue Horizonte mit Leichhardt zu erschließen. Bei der Fülle der von Amtsdirektor Boschan angeschnittenen relevanten Themen, drängt sich regelrecht die Idee auf, dem hiesigen Mitteilungsblatt in Abständen eine mehrseitige Leichhardt-Zeitung beizufügen. Dies gilt nicht zuletzt für die Weiterführung und Bewahrung der Tradition mit Leichhardt, und sei es für nachfolgende Generationen in Bibliotheken, was mit dem Mitteilungsblatt für das Amt Lieberose-Oberspreewald in der Deutschen Nationalbibliothek und in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam schon praktiziert wird. Nutzen wir Tradition und Impulse für den weiteren Aufbruch mit Leichhardt in die Welt! Jürgen Helbig

 

Anmerkungen: (1) Annika Bischof: Trebatsch (MOZ - online): Im Ludwig-Leichhardt-Museum in Trebatsch..., 2016; (2) Jörg Kühl: Zaue (MOZ - online): Die diesjährige Leichhardt-Konferenz..., 2017.

 

Copyright © 2017 by Jürgen Helbig (Verfasser/Autor: weitere Namen: Erich Jürgen Helbig/Dipl.-Phil.), Hügelweg 8, 04349 Leipzig, Tel. 0341 9212697: Alle Rechte vorbehalten.

 

 

 
 

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