6. Lieberoser Wandertag - Rückblick

 

Das war der 6. Lieberoser Wandertag am 6.5.2017 „Faszination Wald"

 

Zum 10. Mal das gleiche Bild im Hof vom FiZ in Lieberose. Die Wanderer kamen in Strömen zum Anmelden und fast hätten die Formulare nicht mehr gereicht. 132 Teilnehmer mit großen Erwartungen und in freudiger Stimmung. Wieder ein Rekord, der uns langsam an die Grenzen des Machbaren bringt. Aber wir waren gut gerüstet und so freuten wir uns über die aufmunternden Worte unserer Bürgermeisterin Kerstin Michelchen und die Aufwärmgymnastik von Sabine Liedtke, die unsere Muskeln auf Betriebstemperatur brachte. Auch die Pferde von Mathias Fischer scharrten schon ungeduldig mit den Hufen. Endlich ging es los und ein langer Strom von Wanderern zog sich die Straße Richtung Jamlitz entlang, um dann links zum ersten Höhepunkt, dem Waldbrandwarnturm, abzubiegen. Dort erklärte uns Wanderführer Detlef Balzer die Funktionsweise. Was früher der Mensch mit Fernglas und Winkelmesser in 36 Meter Höhe erledigt hat, übernehmen heute sensible Kameras und die digitale Technik. Nur ein paar Schritte weiter erwartete uns ein tolles Schauspiel. In einer neuen Anlage standen 2 gestriegelte und schick angezogene Pferde mit hocherhobenen Köpfen und genossen die Bewunderung der Wanderer. Stolz warfen sie ihre Mähne und drehten eine Runde im Gatter, um sich dann wieder zur Schau zu stellen, als wären sie in einer Zirkusarena. Über den Mochlitzer Kirchsteig ging es an der Franzosenkanzel vorbei, um dann links in den Fleischerluch am Wiesenrand entlang zu gehen. Wie aus dem Nichts tauchten dann zwei Reiter auf. Mario Sprenger mit Tochter Liane zeigten uns ihre Reitkünste. Nachdem wir die Straße nach Friedland überquert hatten, wurden wir schon von den Mitarbeitern der Adler-Apotheke empfangen, die uns mit einem köstlichen Magnesiumgetränk, einer Sammlung von Blättern und tollen Waldsprüchen, die an einer Leine aufgereiht waren, für die nächsten Kilometer fit machten. Entlang dem Looseweg näherten wir uns dem Friedrichstein und Hagen Deutschmann erklärte immer wieder, welcher Vogel uns zu Ehren sein Lied anstimmte. Am Ende sollen es 27 Vogelarten gewesen sein. Unterwegs erfuhren wir Wissenswertes über den Wald, sein geheimnisvolles Leben, über sein soziales Verhalten, seine „Kindererziehung" und wie man sich von der Rinde ernähren kann, wenn man sich mal im Wald verlaufen hat! Am Ende wird bestimmt jeder den Wald mit anderen Augen sehen. Bizarre Gebilde von Stämmen, bemooste Holzreste und sogar ein skelettierter Damwildschädel wurde von den Wanderern entdeckt. Auch Goschen hatte einiges zu bieten. Angefangen von den mächtigen runden Holzschobern auf dem Hof von Volker Schulze. Seine Schwester Elvira klärte uns über die Bauweise dieser Schober auf, die eine lange Tradition hat und 1 Woche die gesamte Familie mit einbezieht, um  2 große Schober aufzustellen. Diese reichen dann aus, um 1 Jahr lang eine warme Stube zu haben. Da heißt es, immer für den nächsten Winter vorsorgen. In der Zwischenzeit wurde auf dem Dorfanger die mobile Essenausgabe der Familie Michelchen aufgebaut  und sofort von den hungrigen Wanderern belegt. Es gab Bratkartoffeln, Krautsalat, Zwiebelfleisch, eine Gulaschsuppe und natürlich noch Nachtisch! Da blieb kein Wunsch offen und geschmeckt hat es wie jedes Jahr ganz, ganz prima. Ein kräftiger Applaus und viele Dankeschöns entlohnten für die  Mühen. Wir verließen den gastfreundlichen Ort, nicht ohne einen Blick auf die von Marieta Büttner gesammelten Frühjahrslorcheln - aber nur anschauen, nicht essen !! -  zu werfen. Vorbei an aufgeforsteten Flächen und dem satten Grün der Wiesen überquerten wir wieder die Straße. Kurz darauf sahen wir im Wald schon das mobile Sägewerk von Dietmar Pagel. Doch zuvor wurde zünftig ein Baum gefällt und mit dem Pferd Hektor von Erhard Büttner aus dem Wald gezogen. Das war schon eine aufregende Sache. Nun aber kam die Technik zum Einsatz. Gespannt schauten alle auf die Sägeeinrichtung, die nur per Knopfdruck ganz allein aus einem großen Stamm Schwarten, Bretter und Pfosten sägte. So etwas erlebt man selten und nicht nur die Männer umlagerten Herrn Pagel und lauschten auf seine Ausführungen. Aber leider musste man sich trennen und die lange Schlange von Wanderern zog sich durch die Waldwege dem nächsten Ziel zu. Dieses war so nicht zu erwarten. Ein Imker im Wald? Aber ja, Holger Drzymalski erklärte uns, wie er mit Hilfe von Blattläusen und seinen Bienen eine ganz leckeren Waldhonig gewinnt. Seine Ausführungen ließen viele staunen. Ebenso seine vielen Vorrichtungen, die er fast alle selbst baut. Natürlich konnte man dann seinen Honig auch mit nach Hause nehmen.

Nun galt es noch einmal alle Kraftreserven zu nutzen und so ging es den Mochlitzer Kirchsteig entlang dem FiZ entgegen. Wie immer hatten die fleißigen Helfer um Christina Dahlitz schon die Kaffeetafeln gedeckt, den Kuchen geschnitten und den Kaffee gekocht. 11 Kuchen gingen den Weg allen Irdischen und nur vereinzelte Krümel zeugten davon, dass es allen gemundet hatte.

Dann kam wieder die Verteilung der Urkunden,  wie jedes Jahr war Cottbus wieder überdurchschnittlich vertreten. Viele kommen schon das zehnte Mal nach Lieberose und darüber freuen sich die Veranstalter natürlich sehr. In diesem Jahr gab es neben der Urkunde auch noch einen Topf mit einem Kiefernsämling als Überraschung. Die Oberförsterei Lieberose mit Axel Becker und seinen Helfern, hatten es möglich gemacht. Alle diese besonderen Aktivitäten wären nicht möglich, wenn sich nicht immer wieder viele Helfer finden würden, die bei der Vorbereitung und Durchführung unserer Wanderung mithelfen. Danke noch einmal an die Kuchenbäcker, Schwester Nadine Sprenger vom DRK und auch an Joachim Rinza, der wie immer dafür sorgte, dass alle Gestarteten auch wieder am Ziel ankamen. Gefreut haben wir uns über die vielen positiven Zusprüche von den Wandersleuten. Das spornt uns an, auch einen 7. Lieberoser Wandertag anzubieten. Wir lassen uns bestimmt wieder etwas einfallen, auch wenn wir bis jetzt noch keine Ahnung haben! Oder doch? Na, kommen Sie einfach am 5. Mai 2018 nach Lieberose, es wird schon was geschehen.

Im Namen aller Mitwirkenden

Ihre Christina Schmidt

Mai 2017